Die Geschichte der Computerspiele beginnt 1946. Dort wurde das erste Computerspiel Cathode-Ray Tube Amusement Device für einen Röhrenrechner von Thomas T. Goldsmith Jr. und Estle Ray Mann entwickelt und am 25. Januar 1947 zum Patent angemeldet. 1951 wurde auf einem ausschließlich dafür konstruierten Computer das mathematische Nim-Spiel erschaffen. Der dazugehörige Computern hieß Nimrod. Nimrod wird gemeinsam mit OXO (1952) und Tennis for Two (1958) als die ersten Computerspiele bezeichnet.
Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von Großrechnern entstanden in den 1960er-Jahren neue und anspruchsvollere Titel wie Spacewar!.
Zu Beginn der 1970er-Jahre machten erstmals massenproduzierte Fernsehtechnologien neuartige Unterhaltungsgeräte (wie Computer) möglich. 1971 erschienen die ersten Arcade-Automaten, und 1972 brachte Ralph Baer mit der Magnavox Odyssey die erste Heimkonsole auf den Markt. Diese Arcade-Automaten standen in Supermärkten, Kinos oder Kiosken und machten das neue Medium weithin sichtbar. Besonders prägend war jedoch Atari, dessen Spiel „Pong“ weltweit populär wurde und Videospiele erstmals einem Massenpublikum näherbrachte. Zugleich gewann mit wachsender Community auch eine eigene „Gamersprache“ an Bedeutung.
Im Verlauf der 1970er-Jahre wanderten Videospiele zunehmend in private Haushalte.
Konsolen wie das Atari 2600 verbreiteten sich stark, und mit der erfolgreichen Umsetzung von Space Invaders begann 1979 ein entscheidender Aufschwung.
In den 1980ern entwickelten sich Heimcomputer wie der C64 zu wichtigen Spieleplattformen, während PCs dank EGA-Grafik und Soundkarten erst allmählich konkurrenzfähig wurden.
Die Branche erlitt 1983 einen schweren Rückschlag, den „Video Game Crash“, ausgelöst durch Marktübersättigung, Konkurrenz durch Heimcomputer und Kopierbarkeit von Computerspielen.
Der japanische Markt blieb weitgehend stabil – und mit dem Nintendo Famicom/NES begann Mitte der 1980er eine neue erfolgreiche Ära.
Super Mario Bros. begründete einen globalen Nintendo-Boom, viele heute etablierte Spielgenres entstanden in dieser Zeit, und die goldene Ära der Arcade-Spiele ging zu Ende.
Handheld-Konsolen wie Game Boy und Atari Lynx erweiterten ab 1989 das mobile Spielen.
In den 1990er-Jahren setzten sich leistungsfähige 16-Bit-Konsolen wie SNES und Mega Drive durch. Mitte des Jahrzehnts vereinten einheitliche Speichermedien wie CD-ROM die Spieleentwicklung für PC und Konsole. Ein technologischer Meilenstein war der Übergang zur 3D-Grafik durch PlayStation, Sega Saturn und später Nintendo 64. Am PC unterstützten erstmals 3D-Grafikkarten komplexere Echtzeitdarstellungen, und netzwerkfähige Computerspiele ermöglichten große Mehrspielerpartien. Ende des Jahrzehnts wurde die Sega Dreamcast eingeführt, gefolgt von PlayStation 2, GameCube und Xbox; Sega stieg kurz darauf aus dem Konsolengeschäft aus.
Die 2000er waren geprägt von PlayStation 2, später Xbox 360, Wii und PlayStation 3.
Die Wii setzte mit Bewegungssteuerung einen neuen Trend, während andere Konsolen auf hohe Rechenleistung, HD-Grafik und Multimedia-Fähigkeiten setzten.
Bei den Handhelds prägten Nintendo DS, DSi und 3DS sowie die PlayStation Portable die mobile Spielkultur.
In den frühen 2020er Jahren gehörten die PlayStation 5 und die Xbox Series zu den technisch führenden Spielkonsolen;
sie unterstützten 4K-Auflösungen mit Bildfrequenzen von bis zu 120 fps (praktisch meist 30 bzw. 60 fps in 4K),
verfügten über Hardwarebeschleunigung für Raytracing und boten bereits die Voraussetzungen für theoretisches 8K-Gaming.
2025 kam mit der Nintendo Switch 2 eine weitere aktuelle Konsole hinzu. Im Bereich der Spieleentwicklung stellte Baldur’s Gate 3 im Erscheinungsjahr 2023 einen Rekord auf:
Mit etwa zwei Millionen Wörtern galt sein Skript laut Guinness World Records als das umfangreichste der Videospielgeschichte.
Dieser Rekord wurde jedoch bereits ein Jahr später durch Kingdom Come: Deliverance II übertroffen.